Urogynäkologie

Unsere Klinik gehört zu den wenigen Zentren in Deutschland, die mit höchster Auszeichnung AGUB III zertifiziert sind.

https://www.agub.de/nach-agub-zertifizierte-aerzte

Das Evangelische Krankenhaus Hagen-Haspe leitet das interdisziplinäre Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Hagen-Witten und kooperiert mit den Experten des Kontinenzzentrums des Florence-Nightingale-Krankenhauses.

Das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Hagen-Witten besteht seit 2008 und ist seit Oktober 2020 international nach Clacert-Kriterien zertifiziert. Unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. dr hab. Jacek Kociszewski und Oberarzt Dr. med. Sebastian Kolben stehen Ihnen für alle Beschwerden rund um Beckenboden-Probleme anerkannte und erfahrene  Spezialisten zur Verfügung:

Bitte unser Flyer des Kontinenzzentrums verlinken

Chefarzt Dr. Jacek Kociszewski hält als Konsiliararzt 1 x im Monat Spezial-Sprechstunden im Florence-Nightingale-Krankenhaus in Düsseldorf.

Hier gelangen Sie zur Homepage des Florence-Nightingale-Krankenhaus.

Unser Kontinenz- und Beckenbodenzentrum ist auf die präzise Diagnostik und Behandlung von Frauen mit funktionellen Problemen der Harn- und Stuhlinkontinenz sowie anatomischen Erkrankungen des Beckenbodens wie Senkung der Blase, der Gebärmutter oder des Darmes spezialisiert.

Bei Diagnostik und Therapie arbeiten wir fachübergreifend mit Gynäkologen, Urologen und Chirurgen zusammen. Auch Physiotherapeut*innen und zertifizierte

Urotherapeutinnen, die auf die Behandlung von Beckenbodenschwäche spezialisiert sind und die Patientinnen regelmäßig beraten, gehören zum Team. Zudem bieten wir Beratung, Anpassung und Anleitung bei der Handhabung sog. Pessare an, die eine Soforthilfe bei Blasenschwäche und Senkungsbeschwerden ohne Operation ermöglichen.

Unser besonderer Schwerpunkt liegt in der hochauflösenden sonographischen Diagnostik (sog. Pelvic-Floor-Sonographie) des Beckenbodens und daraus resultierender präziser Reparaturbehandlungen und Behebung von postoperativen Problemen, Komplikationen oder sog. Operationsversagern nach stattgehabten Netz- oder Band-Operationen. Unser Beckenboden Zentrum Hagen – Witten ist deswegen deutschlandweit bekannt. Viele dieser urogynäkologische Erkrankungen können auch konservativ - also ohne Operation - in unserer Ambulanz behandelt werden. Nur bei ausgedehnten Befunden, starken Beschwerden oder wenn die konservativen Methoden nicht erfolgreich oder nicht gewünscht werden, ist ein Eingriff in Vollnarkose nötig.

Die Blasenschwäche ist kein Einzelschicksal und auch kein Anzeichen von Altersschwäche. Sie ist eine Volkskrankheit, die in jedem Alter auftreten kann. Die Gynäkologin Jeannette Brown (USA) sagte: "Die Blasenschwäche bringt Sie nicht um, sie nimmt Ihnen nur das Leben." ... wenn Sie nicht rechtzeitig etwas unternehmen:
                       Frühe Therapie – beste Erfolgschancen!

Unsere urogynäkologischen Schwestern der Frauenklinik Haspe werden gerne einen Termin mit Ihnen vereinbaren.

Unsere urogynäkologischen Schwestern der Frauenklinik Haspe werden gerne einen Termin mit Ihnen vereinbaren.

Sr. Yvonne, Sr. Bianca, Sr. Tanja, Sr. Simone, Sr. Jill
erreichen Sie montags, dienstags und donnerstags von 08.00 - 16.00 Uhr
und mittwochs und freitags von 08.00 - 14.00 Uhr
Telefon: 0 23 31 - 476 - 26 33

Harninkontinenz bedeutet unwillkürlicher Urinverlust. Um die richtige Behandlung herauszufinden, muss zunächst die Form der Harninkontinenz diagnostiziert werden.

Belastungsinkontinenz: Der Anstieg des Druckes im Bauchraum unter körperlicher Belastung wie Husten, Lachen, Niesen, Heben, Bergabgehen und Joggen führt zur Öffnung der Harnröhre mit unwillkürlichem Urinabgang.

Überaktive Blase mit und ohne Dranginkontinenz zeichnet sich durch eine zu empfindliche Blase aus, die sich häufig aus völliger Ruhe heraus zusammenzieht. Daraus resultiert ein teilweise schmerzhaftes nicht unterdrückbares Dranggefühl. Teilweise ohne, teilweise mit Urinverlust. Patientinnen müssen häufiger die Toilette besuchen.

Mischinkontinenz: In 20% bis 30% der Fälle haben wir es mit einer Kombination beider Formen zu tun, das heißt Drang- und Belastungsblasenschwäche.

Descensus / Senkungsbeschwerden: Je nach Ort der Senkung spricht man von einer Blasen-, Gebärmutter- oder Darmsenkung. Die Senkung und Blasenschwäche sind zwei unterschiedliche Krankheiten, die getrennt oder gemeinsam auftreten können. Eine fortschreitende Senkung, die oft unbemerkt ist, kann eine vorhandene Blasenschwäche „lindern“ oder sogar zur erschwerten Blasenentleerung führen. Wir sprechen von einer sog. „versteckte Blasenschwäche“.

Verschiedene Ursachen können nicht nur das Harnröhrenverschlusssystem abschwächen, was zur Belastungsinkontinenz führt, sondern können auch zum Tiefertreten (Senkung) oder sogar zum Vorfall von Harnblase, Gebärmutter und Enddarm führen. Ursachen können folgende sein:

  • Vaginale Geburten mit Abriss der Aufhängungsbänder der Harnröhre am Schambein oder Verletzung der Beckenbodenmuskulatur
  • Vermehrte Belastung des Beckenbodens durch Asthma, Übergewicht, schwere körperliche Arbeit, Raucherhusten, chronische Verstopfung
  • Angeborene Bindegewebsschwäche
  • Fehlen weiblicher Sexualhormone

Die betroffenen Frauen klagen über ziehende Unterbauch- / Rückenschmerzen, Druckgefühl nach unten im Bereich der Scheide, Probleme beim Stuhlgang wie Verstopfung oder Unfähigkeit, den Stuhl zu kontrollieren, Beschwerden beim Geschlechtsverkehr, häufige, oft wiederkehrende Blasenentzündungen.

Voraussetzung für eine erfolg versprechende Therapie ist die Kenntnis der Form der Blasenschwäche und Art der Senkung. Erst dann kann eine gezielte, individuell angepasste Behandlung durchgeführt werden.

Um eine genaue Diagnose stellen zu können und Ihnen damit einen optimalen Therapievorschlag zu machen, werden wir einige schmerzfreie Untersuchungen durchführen.

Nach einem persönlichen Gespräch erfolgt zunächst eine in Hagen entwickelte und bereits weltweit eingesetzte spezielle Ultraschalluntersuchung (Pelvic-Floor-Sonographie), um die Funktion Ihres Beckenbodens und die Verschlussfähigkeit der Harnröhre oder des Darmes abzuklären.

Weiterhin werden Lageveränderungen der Harnröhre, der Blase, der Gebärmutter oder des Scheidenendes sowie verschiedener Darmanteile als auch die Muskulatur des Beckenbodens beim Husten, Kneifen und während des Pressens dargestellt.

Unsere Untersuchungsplätze sind so eingerichtet, dass neben dem untersuchenden Spezialisten, Sie und ggf. eine Begleitperson auf einem separaten großen Monitor die ultraschallgesteuerte Untersuchung mitverfolgen können und Erläuterungen dazu erhalten.

Bei Bedarf werden die Druckverhältnisse in Blase und Harnröhre mit Hilfe eines Computers gemessen (sog. urodynamische Untersuchung). Dabei können wir ebenfalls das Verschlusssystem der Harnröhre und eventuelle Fehlfunktionen der Harnblase prüfen.

Es findet ein umfangreiches persönliches Beratungsgespräch über die für Sie optimalen Behandlungsmöglichkeiten und deren Erfolgschancen statt – gerne auch in Begleitung einer Person Ihres Vertrauens. Am Ende der Untersuchung erhalten Sie einen ausführlichen Bericht, in dem alle Ihnen mitgeteilten Informationen zusammengefasst werden.

Ein besonders ansprechendes und gastfreundliches Ambiente soll Ihnen den Aufenthalt bei uns so angenehm wie möglich machen. Harmonie, Diskretion und Bequemlichkeit bestimmen die Atmosphäre in unserer Ambulanz. Da die Problematik sehr vielschichtig ist, bitten wir Sie, entsprechend viel Zeit einzuplanen.

Die konservative (nichtoperative) Therapie steht bei uns im Mittelpunkt:

  • Trink- und Toilettentraining
  • lokale Anwendung weiblicher Sexualhormone
  • Beckenbodenphysiotherapie mit Elektrostimulation
  • Biofeedback
  • Medikamente, die die Blase entspannen und die Hahnröhre verstärken.
  • Beckenbodengymnastik unter fachlicher Anleitung
  • moderne Vaginalpessare und blasenentspannende Medikamente
  • Ernährungsberatung bei Harninkontinenz u. Senkungsbeschwerden (Frau Dr. B. Bäulerlein, Ökotrophologin)

Unser urogynäkologisches Team wird mit Ihnen den Einsatz und die individuellen Möglichkeiten dieser Therapiebausteine ausführlich besprechen.

Als hoch spezialisiertes Ausbildungszentrum legen wir besonderen Wert auf ein maßgeschneidertes Behandlungskonzept, das der besonderen Situation der Patientin gerecht wird. Dabei gilt es neben der Beschwerdesymptomatik auch das private Umfeld und die berufliche Situation mit den jeweiligen Anforderungen zu berücksichtigen.

Wann eine Operation erforderlich ist wird im gemeinsamen Gespräch geklärt. Viele Kollegen aus dem In- und Ausland reisen nach Hagen um in unseren Kursen diese schonende Art der Behandlung zu erlernen.

Die Zertifizierungen unseres urogynäkologischen Teams finden Sie bei den Infomaterialien.

Harninkontinenz-Operationen und die operative Beseitigung einer Blasen-, Enddarm- oder Gebärmutter-Senkung haben getrennte Indikationen und werden oft separat und zielorientiert durchgeführt, um den besten Erfolg zu erreichen.

Als moderne Belastungsinkontinenz-Operation ist die spannungsfreie Scheidenbandeinlage (sog. TVT / TOT u.a. Methoden) allen anderen Techniken überlegen. Einerseits wegen der Einfachheit dieser Operation, andererseits auch wegen der hohen Erfolgsrate von über 90 %. Bei entsprechenden Indikationen können auch andere Operationsmethoden wie Bulking agents (Bulkamid) oder die Kolposuspensionen nach Burch angewandt werden. Als anerkanntes Ausbildungszentrum für diese Methoden bieten wir Spezialsprechstunden für Beratung und Therapie von postoperativen Versagern, Schmerzen oder anderen Problemen an.

Bei eine Dranginkontinenz (OAB), bei der Medikamente keinen gewünschten Erfolg liefern oder nicht angewandt werden können, werden spezielle Verfahren wie intravesicale Botox-Injektionen in Kurznarkose durchgeführt.

Wenn der Beckenboden seine Spannung verliert, rutschen die weiblichen Organe (Gebärmutter, Scheide, Blase, Enddarm) ab und können im schlimmsten Fall vor dem Scheideneingang sichtbar werden. Auch hier, abhängig von der Ursache und immer individuell an Defekt und Wünsche der Patientin angepasst, werden unterschiedliche OP-Verfahren mit Native-Tissue (Eigengewebe) oder mit Hilfe von modernen Kunststoffimplantaten eingesetzt. Solche OP-Verfahren können durch die Scheide, minimalinvasiv durch den Bauchnabel (Schlüssellochtechniken) oder kombiniert durchgeführt werden. Das eigene Bindegewebe wird mit dem Alter immer schwächer, was häufige Rückfälle nach Operationen begünstigt. Um eine bessere Heilungschance zu erreichen, kann ein Spezialnetz implantiert werden. Es wächst in das Binde- und Stützgewebe ein und stabilisiert den Beckenboden. Die abgesackten Organe werden an ihre ursprüngliche Position gebracht und so ein erneutes Absenken verhindert. Diese Behandlungsmethoden verschaffen vor allem Frauen mit einem ausgeprägten Beckenbodenprolaps, bei angeborener Gewebsschwäche oder bei erneuter Senkung nach einem erfolglosen Eingriff, eine anhaltende Heilung und wieder uneingeschränkte Freude am Leben.

In unserem Zentrum präferieren wir keine sog. Standardeingriffe, sondern das optimale OP-Verfahren wird individuell an die Patientin und an die Art des Defektes angepasst und unter Berücksichtigung von Alternativen in einem ausführlichen Gespräch vorgeschlagen.

In unserem international nach Clacert-Kriterien zertifizierten Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Hagen-Witten (BBKZ) werden Sie als Patientin nach Bedarf in besonderen Fällen spezialisierten Kollegen aus anderen Fachdisziplinen vorgestellt (Proktologie, Urologie, Neurologie, Geriatrie, Physiotherapie). Für betroffene Patientinnen bedeutet der direkte Draht der Ärzte untereinander eine schnellere Hilfe bei ihren Beschwerden. Alle 6 Wochen treffen sich regelmäßig alle Spezialisten des BBKZ´s in unserer Ambulanz, um die schwierigen und komplizierten Fälle gemeinsam zu besprechen und eine optimale Therapie zu planen.

Unser BBKZ Hagen - Witten wird aktuell von OA Dr.med. Sebastian Kolben geleitet.
E-Mail Kontakt: kolben@remove-this.evk-haspe.de

Unsere Abteilung ist Ausbildungszentrum mit höchster Qualifikationsstufe III.
Die Frauenklinik Hagen-Haspe gehört zu den wenigen Ausbildungskliniken für rekonstruktive Beckenbodenchirurgie in Deutschland. Es werden an unserem Krankenhaus regelmäßig nationale und internationale, theoretische und operative Schulungen, Kurse und Hospitationen für Ärzte und Physiotherapeuten aus Deutschland und aus dem Ausland durchgeführt.

Die Fortbildungsangebote für Ärztinnen und Ärzte finden Sie hier: www.urogyn-workshop.de

  • Broschüre Urogyn
    Download