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Weil Nähe hilft

Wenn ein Mensch auf der Intensivstation behandelt werden muss, ist das auch für Angehörige eine belastende Zeit. Im Evangelischen Krankenhaus Hagen-Haspe sind sie deshalb ausdrücklich willkommen und werden eng begleitet. Für dieses Konzept wurde die Intensivstation nun erneut als „Angehörigenfreundliche Intensivstation“ zertifiziert.

„Für uns gehören die Angehörigen mit zum Team im weiteren Sinne“, sagt Pflegedirektorin Karin Kruse. „Sie kennen den Menschen, seine Gewohnheiten und Bedürfnisse. Und sie geben ihm etwas, das wir trotz aller medizinischen und pflegerischen Möglichkeiten nicht ersetzen können: vertraute Nähe.“

Das Konzept setzt auf flexible und individuell abgestimmte Besuchsmöglichkeiten. Angehörige können grundsätzlich jederzeit zu Besuch kommen. Dabei werden die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten ebenso berücksichtigt wie Untersuchungen, Visiten und Ruhezeiten.

Angehörige werden bewusst einbezogen

Die Mitarbeitenden erklären Abläufe, beantworten Fragen und stehen für Gespräche zur Verfügung. Auf Wunsch können Angehörige auch in die pflegerische Betreuung einbezogen werden. Ein eigener Angehörigenraum bietet die Möglichkeit, sich zurückzuziehen und durchzuatmen. Dort gibt es u.a. Getränke, ein Schließfach für persönliche Dinge und eine Spielecke für Kinder. Denn auch Kinder sind ausdrücklich willkommen. Ein Bilderbuch erklärt ihnen altersgerecht, was auf einer Intensivstation geschieht, und hilft bei der Vorbereitung auf den Besuch.

Ein weiterer Baustein ist das Tagebuch für Patientinnen und Patienten, die über einen längeren Zeitraum beatmet werden. Angehörige und Mitarbeitende halten darin wichtige Ereignisse und persönliche Eindrücke aus dieser Zeit fest. Denn an die Phase der Beatmung und des künstlichen Komas können sich Betroffene später häufig nicht oder nur bruchstückhaft erinnern. Das Tagebuch hilft ihnen, diese Lücke zu schließen, Erlebtes nachzuvollziehen und die fehlende Zeit im Nachhinein besser einzuordnen und zu verarbeiten.

„Eine Intensivstation ist für viele Menschen zunächst ein beängstigender Ort“, weiß Manuela Hartnig, leitende Pflegefachkraft der Station. „Umso wichtiger ist es, dass Angehörige erleben: Sie dürfen da sein, Fragen stellen und werden mit ihren Sorgen ernst genommen.“

Die erneute Zertifizierung bestätigt einen Ansatz, der im Evangelischen Krankenhaus Hagen-Haspe zum Alltag gehört: Professionelle Medizin und Pflege gehen Hand in Hand mit menschlicher Zuwendung – für die kranken Menschen und für ihre Angehörigen.

 

Foto: Das Team der Pflegedirektion und der Intensivstation ist sich sicher: Angehörige sind wichtig, um gesund zu werden.