Senologie

Liebe Patientin!

Senologie bedeutet Lehre von den Erkrankungen der Brust. Damit sind sowohl gutartige als auch bösartige Erkrankungen (Brustkrebs) gemeint.

Besonders der Brustkrebs als häufigste bösartige Erkrankung der Frau ist in den letzten Jahren sehr in unser Bewusstsein gerückt, wurden doch zahlreiche Anstrengungen unternommen, ihn wirksam zu bekämpfen, was in den allermeisten Fällen auch gelingt:

 

Brustkrebs ist heilbar!

 

Neben guter Diagnostik und Therapie sowie interdisziplinärer Zusammenarbeit ist eine liebvolle Begleitung der betroffenen Patientin und ihrer Angehörigen mindestens genauso wichtig, um nach einer solchen Erkrankung wieder in die Normalität zurückzufinden.

Dazu stehen in unserer Frauenklinik neben dem engagierten Team aus Ärzt/innen und Schwestern auch eine speziell ausgebildete Breastcare Nurse, ein Psychoonkologe, unser Physioteam sowie engagierte Sozialarbeiterinnen zur Verfügung.

Es ist unser Anspruch, gemeinsam mit Ihnen den besten Weg für Ihre Heilung zu finden!

 

Für die Untersuchung der Brust stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, die sich gegenseitig ergänzen. In vertrauensvoller Atmosphäre bieten wir Ihnen:

  • Mammographie
    Mittels Röntgenstrahlen können hier Veränderungen der Brust festgestellt werden. Falls Ihr/e Frauenarzt/in eine Erkrankung der Brust vermutet, wird Ihnen zunächst diese Untersuchung vorgeschlagen. Sie kann im Evangelischen Krankenhaus von unserem Kooperationspartner BLIKK-Radiologie durchgeführt werden
  • Ultraschall
    In unserer Brustambulanz steht ein leistungsstarkes Ultraschallgerät mit hochauflösendem Ultraschall, Farbdoppler und Elastographie zur Verfügung. Damit kann in vielen Fällen bereits festgestellt werden, ob es sich bei Ihnen um eine gutartige oder eher bösartige Veränderung des Brustgewebes handelt.
  • MRT
    In einigen speziellen Fällen reichen Mammographie und Ultraschall nicht aus, die Brüste zu beurteilen. Dann kann diese – röntgenstrahlenfreie – Untersuchung helfen.
  • Stanzbiopsie
    Um Sicherheit zu haben, muss in manchen Fällen eine Gewebeprobe entnommen werden. Dies erfolgt in örtlicher Betäubung durch eine sogenannte Hochgeschwindigkeits–Stanzbiopsie unter Ultraschallsicht und ist in aller Regel nicht schmerzhaft für Sie. Auch auffällige Lymphknoten können wir so abklären.
  • Gewebeentnahme bei nicht tastbaren Veränderungen
    Manchmal lassen sich Knoten in der Brust nicht tasten und sind nur in der Mammographie oder im Ultraschall sichtbar. Wir können diese Knoten - ebenfalls in örtlicher Betäubung - per Ultraschall oder Mammographie mit einem dünnen Draht markieren, um sie dann mit einem kleinen operativen Eingriff zu entfernen.

Die Behandlung von Brustkrebs unterliegt strengen Vorgaben, den sogenannten Leitlinien, die wir unbedingt befolgen. Trotzdem werden wir auch Ihre Wünsche berücksichtigen und Sie so beraten, dass gemeinsam mit Ihnen eine gute Therapieentscheidung getroffen werden kann. Das betrifft sowohl eine anstehende Operation als auch eventuell notwendige Chemotherapien oder Bestrahlungen.

Dazu wird der Krankheitsverlauf der Patientinnen vor und nach einem operativen Eingriff in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen. Radiologen, Strahlentherapeuten Onkologen, Gynäkologen und bei Bedarf weitere Experten besprechen Ihren Fall und geben eine individuelle Empfehlung ab.

  • Brusterhaltende Therapie
    Wir bemühen uns nach Möglichkeit, Ihre Brust zu erhalten. Dies ist heute in den allermeisten Fällen problemlos machbar. Der durch die Gewebeentnahme entstandene Defekt wird dabei mittels verschiedener Techniken mit Eigengewebe aufgefüllt. Die betroffene Brust wird in einigen Fällen etwas kleiner, behält aber ihre Form. Der entfernte Tumor wird noch während der Operation zur Untersuchung gegeben, um die vollständige Entfernung zu bestätigen.
  • Onkoplastische Operationen und Brustaufbau
    Bei größeren Gewebsdefekten oder unglücklichem Tumorsitz verwenden wir spezielle Techniken, um die Brust zu rekonstruieren. Dazu gehören auch die Brustverkleinerung (mit Angleichung der Gegenseite) und der Aufbau z.B. durch Implantate. Diese Eingriffe führen wir gemeinsam mit Herrn Dr. Kuhfuß, CA der plastischen Chirurgie am St.-Josefs-Hospital Hagen durch.
  • Wächterlymphknotenentfernung
    Wir wissen heute, dass bei einem Befall der Lymphknoten nicht alle auf einmal befallen werden, sondern bestimmte zuerst, die die Tumorzellen erst einmal „festhalten“. Diese sogenannten Wächterlymphknoten kann man finden, indem man sie z.B. radioaktiv markiert. Mit Hilfe einer Sonde, die die Strahlung während der Operation in „Pieps-Töne“ verwandelt, können sie gezielt entfernt werden. Sind sie frei von Krebszellen, müssen keine weiteren Lymphknoten entfernt werden.
  • Gutartige Brustveränderungen
    Selbstverständlich entfernen wir bei Bedarf auch gutartige Knoten aus der Brust. Dies kann zu einem großen Teil ambulant erfolgen.

Ist eine Chemotherapie erforderlich, kann diese zumeist ambulant erfolgen. Hier arbeiten wir eng mit dem MVZ Onkologie (Leitung Dr. med. M. Rotermund) in Hagen zusammen. Kurze Wege und ein ständiger Austausch mit den Kolleg/innen sorgen dafür, dass Sie sich auch in dieser schwierigen Situation gut aufgehoben fühlen können.

Bei jeder brusterhaltenden Therapie sollte die Brust bestrahlt werden, um das Rückfallrisiko in der operierten Brust zu minimieren. Wir arbeiten mit mehreren Einrichtungen zusammen (Dr. Metzler in Hattingen, MVZ Uhlenbrock Hagen), um eine wohnortnahe Versorgung zu erreichen.

In unserer Brustambulanz sind auch Männer herzlich willkommen! Kaum bekannt ist, dass immerhin 4% der Männer ebenfalls Brustkrebs bekommen können! Wir finden, Sie sollten genauso gut behandelt werden wie die Frauen! Heutzutage sind viele Hausärzte schon sensibilisiert für dieses Thema und schicken auch Männer mit unklaren Befunden der Brust.

Neben der Leitenden Oberärztin Eva-Maria Fasselt und der Breast Care Nurse Jolanta Sander, stehen Ihnen weitere Expertinnen und Experten aus unserem Krankenhaus zur Verfügung:

Dr. med. Bernd Strebel, Chefarzt der Funktionsabteilung Psychosomatik

Tanja Heyer, Dipl. Sozialarbeiterin

Das Team des Therapiezentrum am Mops


Weitere Kooperationspartner:

Dr. med. Ingo Kuhfuß, Chefarzt Plastische Chirurgie St. Josefs Hospital Hagen

MVZ Onkologie Hagen, Dr. Metzler, Strahlentherapie

BLIKK Radiologie

MVZ Uhlenbrock