Kindheitserinnerungen an das Ev. Krankenhaus Haspe

Während des zweiten Weltkrieges leitete mein Vater, Eugen Euscher, den Schwesternchor des Ev. Krankenhauses.

Wenn der Chor auf den einzelnen Stationen sang, begleitete meine Mutter mit mir manchmal meinen Vater zum Mops. Während sie mitsang, durfte ich ins Schwesternzoimmer zu Schwedter Berta, einer für michs chon sehr alten, gütigen Diakonisse. Bei ihr bekam ich jedes Mal heiße Milch mit Honig - zu der Zeit eine Delikatesse!

Beim Bombenangriff auf Haspe im November 1944 verlor ich alle meine Puppen. Doch als Schwester Berta dies erfuhr, schenkte sie mir ihre Kindrepuppe. Sie war ein Junge und hieß Hans, damals etwa 50 Jahre alt. Ich war selig und habe Hans während meiner Kindheit sehr geliebt.br

Viel später erfuhr ich, dass es eine sehr wertvolle Puppe ist: Eine echte "Marseiller". Seitdem sitzt sie bei mir in der Vitrine und immer, wenn ich sie ansehe, muss ich an die Zeit bei Schwester Berta auf dem Mops denken.

Annegret Euscher (seit 17 Jahren "Grüne Dame")

Foto: Erstes Schwestern-Examen der Schwesternschülerinnen der eigenen Krankenpflegeschule des Mops, April 1963