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Wenn man Diabetes richtig behandelt, werden Folgekrankheiten vermieden

„Richtig eingestellter Zucker hilft, Folgekrankheiten zu vermeiden“, betonte Priv.-Doz. Dr. Björn Menge. Wie man einen krankhaft erhöhten Blutzucker richtig behandelt und die Spätfolgen vermeidet, erklärte der Chefarzt der Allgemeinen Inneren Medizin und Gastroenterologie am Mops in einem Vortrag.

Chefarzt Dr. Björn Menge

In Deutschland gibt es rund sechs Millionen Diabetiker, etwa eine Million davon wird mit Insulin behandelt. Der krankhaft erhöhte Blutzucker (Diabetes mellitus) kann zu zahlreichen Folgekrankheiten führen. „Wenn der Blutzucker ständig erhöht ist, schädigt das die Blutgefäße und häufig auch die Nerven“, erklärte der Chefarzt. „Die Wahrscheinlichkeit, diabetesbedingte Folgekrankheiten zu entwickeln, ist schon zu Beginn der Erkrankung erhöht. Deshalb ist es wichtig, Diabetes rechtzeitig zu erkennen und bestmöglich zu behandeln.“

Eine einfache und sichere Methode der Diagnose ist der sogenannte „Glukosetoleranztest“. Der Patient muss 10 Stunden nüchtern sein, dann 75g Glukose als Flüssigkeit trinken und nach zwei Stunden wird der Blutzuckerwert kontrolliert. Liegt der Wert zwischen 140 und 199 mg/dl liegt eine gestörte Glucosetoleranz vor. Ab einem Wert von 200 mg/dl spricht man von Diabetes.

Dr. Menge: „Die bestmögliche Behandlung erfolgt immer individuell.“ Gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten sei die medikamentöse Therapie aber auch die Änderung von Lebensgewohnheiten abzustimmen. Oft haben Diabetiker zusätzlich Bluthochdruck, Übergewicht und erhöhtes Cholesterin. „Dann spricht man von dem sogenannten metabolischen Syndrom.“

Die Ursachen für den Diabetes Typ 2 sind sowohl die Vererbung als auch Umwelteinflüsse wie mangelnde Bewegung und falsche Ernährung. Die Symptome beginnen schleichend: Häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, Schwäche, Leistungsabfall, Kopfschmerz, Sehstörungen oder Gewichtszunahme.

Beste Therapie: Der Blutzucker muss im Normalberich gehalten werden. Dabei ist die Schulung der Patienten ganz wichtig. Gewichtsreduktion, Bewegung und Ernährungsberatung führen manchmal schon zum Erfolg. Wenn der Zuckerwert trotzdem noch erhöht ist muss der Patient Tabletten einnehmen oder bei Bedarf auch Insulin spritzen. Es gibt viele bewährte und auch ganz neue Medikamente. „Wir entscheiden gemeinsam mit dem Patienten, welcher Wirkstoff für den Patienten der beste ist“, betont Dr. Menge.

 Diabetiker messen meist selbst den Blutzucker. Kontrollen sollten vor den Hauptmahlzeiten, vor speziellen Aktivitäten und bei unklarer Stoffwechsellage erfolgen. „Insulinpflichtige Patienten lernen, sich die richtige Menge an Insulin zu spritzen.“

Neben der optimalen Einstellung des Blutzuckers ist parallel eine Behandlung von Bluthochdruck, Übergewicht und erhöhtem Cholesterin enorm wichtig. „Denn alle Erkrankungen haben ein Wechselwirkung“, so Dr. Menge. „Und in manchen Fällen reicht das schon.“

Schlecht eingestellter oder nicht erkannter Diabetes führt zu Schäden an den großen und kleinen Gefäßen. Das kann zum Beispiel zum Herzinfarkt oder zum Schlaganfall führen. Aber auch Sehstörungen, Bluthochdruck, Nierenschäden oder Durchblutungsstörungen in den Füßen kommen häufig vor./aN