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Premiere in der Kardiologie

Premiere in der Kardiologie
Chefarzt Dr. Harilaos Bogossian vom Ev. Krankenhaus Hagen-Haspe implantierte den kleinsten Schrittmacher der Welt
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Der kleinste Herzschrittmacher der Welt  wurde erstmalig in Hagen im Ev. Krankenhaus Hagen-Haspe eingesetzt. „Die sogenannte Kardiokapsel wird über einen  Herzkatheter implantiert, also ohne Operation“, berichtet Priv.-Doz. Dr. Harilaos Bogossian, Chefarzt der Kardiologie am Mops. „Das ist im Raum Hagen eine Premiere.“

Christiane Rippelmeyer ist die erste Patientin, die nun die neue Kardiokapsel im Herzen hat. „Es hat nur gut 30 Minuten gedauert, ich brauchte keine OP und fühle mich wunderbar“, so die Patientin. Die Kardiokapsel ist weniger als ein Zehntel so groß wie ein herkömmlicher Schrittmacher und kleiner als ein Bonbon. Sie bietet die fortschrittlichste Herzschrittmachertechnologie und ist dabei kosmetisch unsichtbar und klein genug, sodass sie über einen Katheter minimalinvasiv unmittelbar ins Herz eingebracht werden kann.

Wie das sogenannte „Medtronic Micra® Transcatheter Pacing System (TPS)“ funktioniert, erklärt Dr. Bogossian: „Sobald die Kardiokapsel positioniert ist, wird sie an der Herzwand befestigt und kann bei Bedarf umpositioniert oder entfernt werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Schrittmachern sind bei der Kardiokapsel weder Drähte („Elektroden“) erforderlich noch muss operativ eine „Tasche“ unter der Haut angelegt werden. Stattdessen wird das System mit winzigen Titanärmchen in der Herzwand verankert und gibt über einen Pol an der Spitze des Geräts die elektrischen Impulse für die Herzaktivität ab.“

Die Methode bietet für die Patienten viele Vorteile: „Das Infektionsrisiko ist deutlich geringer“, so der Kardiologie vom Mops. „Denn die Elektroden der herkömmlichen Schrittmacher, die durch  Blutgefäße und die Herzklappen laufen, sind bei der Kardiokapsel überflüssig.“ Trotz der geringen Größe der Kardiokapsel beträgt die geschätzte Lebenszeit der Batterie zehn Jahre. Das System reagiert auf den Aktivitätsgrad des Patienten, indem es die Schrittmachertätigkeit automatisch anpasst. Es ist für MRT-Untersuchungen aller Körperregionen zugelassen und hält dem Patienten so den Zugang zu den fortschrittlichsten diagnostischen Bildgebungsverfahren offen.

Foto:
Christiane Rippelmeyer zeigt, wie klein ihr neuer Schrittmacher ist. Chefarzt Dr. Harilaos Bogossian hält zum Vergleich ein Bonbon daneben.