Aktuelles RSS-Feed abonnieren

Zurück zur Übersicht

Neue Technik in der Kardiologie des Ev. Krankenhaus Hagen-Haspe

Scharfe Bilder aus dem Inneren der Herzkrankgefäße liefert eine Technik, die jetzt in der Kardiologie des Ev. Krankenhauses Hagen-Haspe eingesetzt wird. „Die sogenannte OCT basiert auf Infrarottechnik“, berichtet Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Kaffer Kara. „Wir erhalten so während einer Herzkatheter-Untersuchung sehr genaue Darstellungen von Veränderungen wie Rissen oder kleinsten Ablagerungen und können diese exakt lokalisieren. Die Einsetzung eines Stents kann so optimal geplant werden.“ Die Kardiologie am Mops ist zurzeit die einzige Abteilung in Hagen, die das moderne Verfahren nutzt.

Optische Kohärenztomografie (OCT) ist ein bildgebendes Verfahren, um 2- und 3-dimensionale Aufnahmen in Mikrometerauflösung zu erhalten. Das Verfahren wird im Rahmen der Herzkatheter-Untersuchung eingesetzt und dauert nicht mehr als fünf Minuten. Mit Infrarotlicht wird direkt in ein Herzkranzgefäß geleuchtet. Dabei kommt es an den Gefäßwänden zu charakteristischen Lichtbrechungen, die Informationen über Zusammensetzung und Struktur des Gefäßes liefern. Aus diesen Informationen kann der Computer unvergleichlich realitätsnahe, vergrößerte Aufnahmen der Gefäßinnenwand generieren. „Die zusätzlichen Informationen und verbesserten Bilder aus dem Inneren der Herzkranzgefäße erleichtern dem Kardiologen die Arbeit erheblich“, betont der Chefarzt vom Mops.

So können jetzt nicht nur Ablagerungen in den Wänden von Herzkranzgefäßen, sogenannte atherosklerotische Plaques („Arterienverkalkungen“), sicher erkannt werden, sondern auch gefährliche Plaques von harmloseren unterschieden werden und so kann das Herzinfarktrisiko abgeschätzt werden. Im Vergleich zu den Bildern, die bislang mittels Ultraschall im Inneren der Gefäße machen wurden, erlaubt die OCT eine ca. 100mal bessere Auflösung: Strukturen, die sich bislang allenfalls schemenhaft darstellen ließen, können nun präzise abgebildet und ausgewertet werden. 
Foto: (v.l.) Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Kaffer Kara und Oberarzt Mustafa Rahel