Urogynäkologie

Eine Volkskrankheit die in jedem Alter auftreten kann.

Behandlung von Blasenschwäche und Senkungsbeschwerden

Die Blasenschwäche ist kein Einzelschicksal und auch kein Anzeichen von Altersschwäche. Sie ist eine Volkskrankheit, die in jedem Alter auftreten kann.

Die Gynäkologin Jeannette Brown (USA) sagte: "Die Blasenschwäche bringt Sie nicht um, sie nimmt Ihnen nur das Leben." ...wenn Sie nicht rechtzeitig etwas unternehmen: Frühe Therapie – beste Erfolgschancen!

Unsere urogynäkologischen Schwestern der Frauenklinik Haspe werden gerne einen Termin mit Ihnen vereinbaren.

Sr. Reinhild, Sr. Sabine, Sr. Jill und Sr. Simone
erreichen Sie jeden Werktag von
08.00 - 16.00 Uhr.
Telefon: 0 23 31 - 476 - 26 33

 

 

Harninkontinenz bedeutet unwillkürlicher Urinverlust. Um die richtige Behandlung herauszufinden, muss zunächst die Form der Harninkontinenz diagnostiziert werden.

Belastungsinkontinenz: Der Anstieg des Druckes im Bauchraum unter körperlicher Belastung wie Husten, Lachen, Niesen, Heben, Bergabgehen und Joggen führt zur Öffnung der Harnröhre mit unwillkürlichem Urinabgang.

Überaktive Blase mit und ohne Dranginkontinenz zeichnet sich durch eine zu empfindliche Blase aus, die sich häufig aus völliger Ruhe heraus zusammenzieht. Daraus resultiert ein teilweise schmerzhaftes nicht unterdrückbares Dranggefühl. Teilweise ohne, teilweise mit Urinverlust. Patientinnen müssen häufiger die Toilette besuchen.

Mischinkontinenz: In 20% bis 30% der Fälle haben wir es mit einer Kombination beider Formen zu tun, das heißt Drang- und Belastungsblasenschwäche.

Descensus / Senkungsbeschwerden: Je nach Ort der Senkung spricht man von einer Blasen-, Gebärmutter- oder Darmsenkung. Die Senkung und Blasenschwäche sind zwei unterschiedliche Krankheiten, die getrennt oder gemeinsam auftreten können. Eine fortschreitende Senkung, die oft unbemerkt ist, kann eine vorhandene Blasenschwäche „lindern“ oder sogar zur erschwerten Blasenentleerung führen. Wir sprechen von einer sog. „versteckte Blasenschwäche“.

Verschiedene Ursachen können nicht nur das Harnröhrenverschlusssystem abschwächen, was zur Belastungsinkontinenz führt, sondern können auch zum Tiefertreten (Senkung) oder sogar zum Vorfall von Harnblase, Gebärmutter und Enddarm führen. Ursachen können folgende sein:

  • Vaginale Geburten mit Abriss der Aufhängungsbänder der Harnröhre am Schambein oder Verletzung der Beckenbodenmuskulatur
  • Vermehrte Belastung des Beckenbodens durch Asthma, Übergewicht, schwere körperliche Arbeit, Raucherhusten, chronische Verstopfung
  • Angeborene Bindegewebsschwäche
  • Fehlen weiblicher Sexualhormone

Die betroffenen Frauen klagen über ziehende Unterbauch- / Rückenschmerzen, Druckgefühl nach unten im Bereich der Scheide, Probleme beim Stuhlgang wie Verstopfung oder Unfähigkeit, den Stuhl zu kontrollieren, Beschwerden beim Geschlechtsverkehr, häufige, oft wiederkehrende Blasenentzündungen.

Voraussetzung für eine erfolg versprechende Therapie ist die Kenntnis der Form der Blasenschwäche und Art der Senkung. Erst dann kann eine gezielte, individuell angepasste Behandlung durchgeführt werden.

Um eine genaue Diagnose zu stellen und Ihnen damit einen optimalen Therapievorschlag zu machen, müssen wir erst einige schmerzfreie Untersuchungen durchführen. Nach einem persönlichen Gespräch werden die Druckverhältnisse in der Blase und Harnröhre mit Hilfe eines Computers gemessen (so genannte urodynamische Untersuchung). Danach erfolgt eine spezielle gynäkologische Untersuchung, bei der wir Ihnen mit Hilfe eines Ultraschallgerätes die Funktion Ihres Beckenbodens sowie Lageveränderungen der Harnröhre und der Blase beim Husten und Pressen zeigen werden. Dabei können wir das Verschlusssystem der Harnröhre prüfen. Anschließend findet ein umfangreiches persönliches Beratungsgespräch über die für Sie optimalen Behandlungsmöglichkeiten und deren Erfolgschancen statt – gerne auch in Begleitung einer Person Ihres Vertrauens.

Ein besonders ansprechendes und gastfreundliches Ambiente soll Ihnen den Aufenthalt bei uns so angenehm wie möglich machen. Harmonie, Diskretion und Bequemlichkeit bestimmen die Atmosphäre in unserer Ambulanz. Da die Problematik sehr vielschichtig ist, bitten wir Sie, entsprechend viel Zeit einzuplanen.

Die konservative (nichtoperative) Therapie steht bei uns im Mittelpunkt:

  • Trink- und Toilettentraining
  • lokale Anwendung weiblicher Sexualhormone
  • Beckenbodenphysiotherapie mit Elektrostimulation
  • Biofeedback
  • Medikamente, die die Blase entspannen und die Hahnröhre verstärken.
  • Beckenbodengymnastik unter fachlicher Anleitung
  • moderne Vaginalpessare und blasenentspannende Medikamente
  • Ernährungsberatung bei Harninkontinenz u. Senkungsbeschwerden (Frau Dr. B. Bäulerlein, Ökotrophologin)

Unser urogynäkologisches Team wird mit Ihnen den Einsatz und die individuellen Möglichkeiten dieser Therapiebausteine ausführlich besprechen.

Als hoch spezialisiertes Ausbildungszentrum legen wir besonderen Wert auf ein maßgeschneidertes Behandlungskonzept, das der besonderen Situation der Patientin gerecht wird. Dabei gilt es neben der Beschwerdesymptomatik auch das private Umfeld und die berufliche Situation mit den jeweiligen Anforderungen zu berücksichtigen.

Wann eine Operation erforderlich ist wird im gemeinsamen Gespräch geklärt. Viele Kollegen aus dem In- und Ausland reisen nach Hagen um in unseren Kursen diese schonende Art der Behandlung zu erlernen.

Die Zertifizierungen unseres urogynäkologischen Teams finden Sie bei den Infomaterialien.

Harninkontinenz-Operationen und die operative Beseitigung einer Blasen-, Enddarm- oder Gebärmutter-Senkung haben getrennte Indikationen und werden oft separat und zielorientiert durchgeführt, um den besten Erfolg zu erreichen.

Als moderne Belastungsinkontinenz-Operation ist die spannungsfreie Scheidenbandeinlage (sog. TVT / TOT u.a. Methoden) allen anderen Techniken überlegen. Einerseits wegen der Einfachheit dieser Operation, andererseits auch wegen der hohen Erfolgsrate von ca. 90 %. Die Frauenklinik des Ev. Krankenhauses Hagen-Haspe ist ein anerkanntes Ausbildungszentrum für diese Methoden.

Wenn der Beckenboden seine Spannung verliert, rutschen die weiblichen Organe (Gebärmutter, Scheide, Blase, Enddarm) ab und können im schlimmsten Fall vor dem Scheideneingang sichtbar werden. Abhängig von der Ursache werden unterschiedliche OP-Verfahren eingesetzt. Das eigene Bindegewebe wird aber mit dem Alter immer schwächer, was häufge Rückfälle nach solchen Operationen begünstigt. Um eine bessere Heilungschance zu erreichen, kann ein Spezialnetz implantiert werden. Es wächst in das Binde- und Stützgewebe ein und stabilisiert den Beckenboden. Die abgesackten Organe werden an ihre ursprüngliche Position gebracht und ein erneutes Absenken wird verhindert. Die Behandlungsmethode, wie z.B. PROLIFT, verschafft vor allem Frauen mit einer ausgeprägten Beckenbodensenkung anhaltende Heilung und wieder uneingeschränkte Freude am Leben.

Eine Liste mit häufig gestellten Fragen (FAQ) finden Sie bei den Infomaterialien.

In unserem zertizierten Kontinenz- und Beckenbodenzentrum werden Sie als Patientin nach Bedarf in besonderen Fällen spezialisierten Kollegen aus anderen Fachdisziplinen vorgestellt (Proktologie, Urologie, Neurologie, Geriatrie). Für betroffene Patientinnen bedeutet der direkte Draht der Ärzte untereinander eine schnellere Hilfe bei ihren Beschwerden.

Weitere Informationen erhalten Sie auf denInternetseiten des Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Hagen-Witten.

Unsere Abteilung ist Ausbildungszentrum mit höchster Qualifikationsstufe III. Die Frauenklinik Haspe gehört zu den wenigen Ausbildungskliniken für rekonstruktive Beckenbodenchirurgie in Deutschland. Es werden an unserem Krankenhaus regelmäßige Schulungen und Kurse für Ärzte aus ganz Deutschland durchgeführt.

Die Fortbildungsangebote für Ärztinnen und Ärzte finden Sie bei den Infomaterialien.