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Krebsvorsorge rettet Leben

Jährlich sterben in Deutschland über 220.000 Patienten an Krebs. Die Zahl der Neuerkrankungen liegt pro Jahr bei 500.000. Viele Menschen fragen sich: Kann Krebs verhindert werden?

Die Antwort lautet: In vielen Fällen ja. Denn 90 Prozent der Darmkrebsfälle entstehen durch Polypen. Diese gutartige Krebsvorstufe entartet meist nach etwa 7 bis 10 Jahren. Die beste Methode, dies zu verhindern, ist die Entfernung der Polypen. Darmkrebs ist also in den meisten Fällen vermeidbar! Entscheidend ist, frühzeitig und regelmäßig Vorsorge zu betreiben – und zwar durch eine Darmspiegelung. Dabei werden zum Beispiel Polypen entfernt, aus denen sich langfristig bösartige Tumore entwickeln können.  

Die Darmspiegelung ist eine Routine-Untersuchung. Menschen ab 55 sollten sich dieser Vorsorgemaßnahme regelmäßig unterziehen. Während der Untersuchung erhalten die Patienten ein Schlafmittel, so dass man von der Darmspiegelung nichts merkt. Einen Tag vor der Untersuchung muss der Darm mit Hilfe eines Abführmittels entleert werden. Dies ist sicher unangenehm – aber nötig, um den Darm bestens beurteilen zu können. Vor der Untersuchung prüfen wir die Blutgerinnung, um mögliche Blutungen zu vermeiden. Medikamente und Flüssigkeit sind bis zur Untersuchung erlaubt. 

Mit einer Zange oder Schlinge wird der Polyp abgetragen. Die Blutstillung erfolgt über „Clips“. Dies sind kleine Klammern, die nach ein paar Tagen von selbst abfallen und den natürlichen Weg aus dem Darm herausfinden. Das entfernte Gewebe wird immer im Labor untersucht.

Grundsätzlich ist die Vorsorge etwa alle 10 Jahre fällig, wenn in der letzten Darmspiegelung keine klassischen Polypen gefunden wurden. Wenn Sie 100 Jahre alt werden möchten, sollten sie mit 85 nochmal zur Darmspiegelung gehen. Allerdings: Es gibt eine neu entdeckte, seltene Polypen-Form, die sich schneller zum Tumor entwickelt. Wenn solche Polypen bei einer Darmspiegelung festgestellt werden, sollte der Patient in kürzeren Abständen Vorsorge betreiben – und zwar alle 3 bis 5 Jahre.

Auch der Lebensstil hilft bei der Darmkrebs-Vorsorge: Wer stark raucht und viel Alkohol trinkt, erkrankt häufiger. Auch übermäßiger Konsum von behandeltem oder gegrilltem Fleisch kann Krebs begünstigen. Grundsätzlich gilt: Krebs ist vor allem eine Krankheit der älteren Leute. Zwar erkrankten auch junge Menschen, doch statistisch ist besonders die Gruppe ab 60 betroffen. Daher mein Rat: Fangen Sie schon vorher mit der Vorsorge an.